Portrait der Familie von Kanan:
«petits:pas ist für uns eine sehr schöne Erinnerung!» 

Kanans Eltern sind ursprünglich aus Palästina und wuchsen in Syrien auf. Wegen des Krieges flohen sie nach Libyen, wo Kanan im August 2013 geboren wurde. Der Krieg zwang sie erneut zur Flucht und sie kamen 2014 in die Schweiz nach Chiasso und schliesslich nach Lausanne, wo Kanans Zwillingsschwestern vor fünf Jahren geboren wurden. Kanans Eltern sind froh, dass ihre Kinder in einem friedlichen Land aufwachsen können. Kanans Vater arbeitet als Maler und Gipser und seine Mutter kümmert sich um die drei Kinder. Sie möchte wieder zur Schule gehen und im Herbst 2022 mit dem Abendgymnasium beginnen.  

Die Familie hat von 2016 bis 2018 am Programm petits:pas teilgenommen, das in Lausanne von der AVASAD* umgesetzt wird. Kanans Mutter erzählt, dass es am Anfang schwierig war, da die Familie noch kein Französisch sprach und nicht alles verstanden hat. Mit der Zeit wurde die Sprache immer vertrauter. Kanans Eltern lernten über Online-Tutorials im Internet Französisch. Kanans Mutter sagt, sie habe auch dank petits:pas viel gelernt: «Die Hausbesucherin brachte mir viele Wörter bei oder vereinfachte mir die Sätze, damit ich sie gut verstehen konnte. Sie hat mich ermutigt, zu sprechen, zu lernen und es immer wieder zu versuchen.» Kanan hingegen verständigte sich zunächst mit Gesten, gewöhnte sich dann aber sehr schnell an die französische Sprache.  

Kanan und seine Eltern erinnern sich voller Freude an die Hausbesuche der petits:pas-Hausbesucherin: «Das sind sehr schöne Erinnerungen», erzählt Kanans Mutter. «Wir sind oft in den Park gegangen und haben viele Spaziergänge gemacht. Kanan erinnert sich, dass er gerne Blätter geschnitten, gebastelt und gezeichnet hat. Er zeichnet immer noch sehr gerne, aber er spielt auch gerne Verstecken, Domino und mit kleinen Autos, spielt Fußball, schwimmt und geht manchmal mit seinem Papa joggen.» Kanan und seine Mutter erinnern sich daran, wie die Hausbesucherin Kanan ein kleines Messer gab, das die Familie noch heute hat, um mit ihm Gemüse und Obst zu schneiden. «Kanan war wirklich sehr glücklich!», erinnert sich seine Mutter. «Es war das erste Mal, dass er ein Messer benutzen durfte und er war sehr stolz, dass er Mama helfen konnte.»  

Die Familie erinnert sich gerne an die Gruppentreffen von petits:pas: «Es war schön, neue Leute kennenzulernen und mit ihnen aus ihren Erfahrungen zu lernen.», erzählt Kanans Mutter. Sein Papa fügt hinzu, dass dies für ihre Integration wichtig war. Die Familie fühlt sich jetzt sehr integriert in der Schweiz. Sie hat einen Schrebergarten in der Stadt, wo sie sich mit anderen Eltern und Kindern treffen und gemeinsam etwas unternehmen oder Obst und Gemüse anpflanzen. Kanans Vater erinnert sich, dass sie an den Gruppentreffen traditionelle Gerichte aus verschiedenen Ländern kennenlernten: «Jeder hat ein traditionelles Essen aus seinem Herkunftsland zu Hause zubereitet und dann haben wir es an den Treffen gegessen.» Kanans Mutter fügt hinzu: «Es war toll, das Essen mit den anderen zu teilen. Jeder erklärte sein Gericht, die Zutaten und wie man es zubereitet.» «Das war sehr wichtig und unsere Kinder waren sehr glücklich.», ergänzt der Vater.  

Die Familie hat alle Spielsachen, Bücher, Fotos und Ordner von petits:pas aufbewahrt und schaut sich manchmal gemeinsam die Geschichten und Erinnerungen an. «Ich habe alles aufgehoben, weil es für uns wirklich eine gute Erinnerung ist», sagt Kanans Mutter und ergänzt, dass sie manchmal petits:pas-Aktivitäten mit den Zwillingen spielt. Sie erzählt: «Ich versuche, die Aktivitäten mit den Mädchen zu wiederholen. Wenn ich den Ordner öffne, denke ich, dass wir das heute oder morgen machen können. Und das ist schön!» Durch das Nachlesen der Aktivitäten lernt sie wiederum neue Wörter, so dass sie eine doppelte Funktion für sie haben.  

Kanan ist jetzt in der 2. Klasse. Er macht sich gut in der Schule und schreibt sehr gute Noten. Die Familie hat immer noch Kontakt zu einer der petits:pas-Familien sowie zur Hausbesucherin. Kanans Mutter bilanziert zu petits:pas: «Es ist gut, solche Aktivitäten mit den Familien zu machen, die neu in der Schweiz sind. Es hilft den Leuten sehr, um sich zu integrieren, zu lernen oder etwas Neues zu tun und die Freizeit für die Kinder auszufüllen.» 

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Kanan, seine Eltern und seine beiden Schwestern bei einem Picknick, das im Rahmen von petits:pas 2018 veranstaltet wurde.
Copyright: AVASAD, 2018 

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Kanan und seine Familie in ihrer Wohnung in Lausanne, drei Jahre nach petits:pas.
Copyright: a:primo, 2021 





* Im Kanton Waadt sind die petits:pas-Hausbesucherinnen von den Verbänden/Stiftungen des AVASAD-Systems angestellt. AVASAD arbeitet mit der Vereinigung a:primo zusammen, die eine Lizenz für das wissenschaftlich geprüfte Programm erteilt.


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